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Das ist mein Mercedes 220 S. Ich besitze ihn seit 1998. Auf dieser Seite erzähle ich seine Geschichte und seine Verwandlung von einem Restaurierungsprojekt zur heutigen Schönheit.
Die Historie meines "Pontons"
1958 wurde mein Mercedes 220 S von der Mercedes-Benz-Niederlassung Saarbrücken nach Frankreich ausgeliefert. Anfang der 1990er-Jahre kehrte er nach Saarbrücken zurück. Anschließend wurde er an einen Zahnarzt in Borken in Westfalen verkauft.
Der Mediziner ging die Restaurierung voller Zuversicht an und vertraute den Wagen einem vermeintlich professionellen Restaurator an. Leider stellte sich dessen Arbeit später als mangelhaft heraus. Das ganze Ausmaß erkannte ich jedoch erst viel später: Bei genauerem Hinsehen entdeckten wir merkwürdige Schweißnähte und viel zu viel Spachtel. Hinter der schönen Fassade wartete noch eine Menge Arbeit.
Warum ausgerechnet dieses Auto?
Für mich war der große Mercedes, auch „Ponton“ genannt, in den Nachkriegsjahren das Maß aller Dinge. Mein Vater war selbstständiger Handwerksmeister und besaß einen solchen Wagen. Noch heute sehe ich mich als kleinen Jungen auf der bequemen Rückbank sitzen, wenn wir sonntags gemeinsam eine Ausfahrt unternahmen.
Ein solcher Mercedes blieb ein Jugendtraum, den ich mir irgendwann erfüllen wollte. Als ich 1998 diesen Wagen in einer Anzeige entdeckte, nahm ich Kontakt mit dem Verkäufer auf. Das Interesse an dem Auto war damals offenbar nicht besonders groß – und so konnte ich meinen Traum verwirklichen. Wie viel Arbeit noch auf mich zukommen würde, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht.
Eine Besonderheit machte den Wagen für mich zusätzlich reizvoll: das seltene Webasto-Faltschiebedach. Wenn es geöffnet ist, wird aus der Limousine fast ein Cabrio.
Restaurierung
Nachkriegsautos wie der Mercedes 220 S waren zunächst Gebrauchsgegenstände und wurden längst nicht immer sorgsam gehegt und gepflegt. Kam ein neues Modell auf den Markt, wurde der alte Wagen verkauft – und irgendwann landeten viele auf dem Schrottplatz. Nur eine überschaubare Anzahl blieb erhalten.
Meinem Wagen blieb dieses Schicksal erspart. Doch unter der Oberfläche zeigten sich nach und nach zahlreiche Baustellen. Bald war klar: Mit Schönheitsreparaturen war es nicht getan. Eine umfassende Restaurierung musste her.
Der Mercedes wurde von Grund auf zerlegt und Stück für Stück wieder aufgebaut. Viele Arbeiten habe ich selbst übernommen. Irgendwann war jedoch der Punkt erreicht, an dem ich professionelle Hilfe brauchte.
Die Restaurierung in Bildern
Die komplette Restaurierung
Nachdem der Vorbesitzer bereits einige Arbeiten hatte durchführen lassen, mussten wir vieles noch einmal von Grund auf angehen. Der damalige Schrauber hatte sich offenbar nicht ausreichend mit dem Fahrzeug beschäftigt. Viele Arbeiten waren – vorsichtig ausgedrückt – mangelhaft, und die Fehler wurden unter reichlich Spachtel versteckt. Das musste alles wieder runter. Auch die Spaltmaße stimmten überhaupt nicht. Die Folge: Unter anderem lief Wasser in den Kofferraum.
Die vorderen Türen wurden ersetzt, die Karosserie sandgestrahlt und neu lackiert. Auch die Innenausstattung wurde vollständig erneuert. Unterstützt hat mich dabei Jarek mit seiner freien Werkstatt in Hamburg. Er verstand sein Handwerk und war eine große Hilfe. Leider gibt es ihn nicht mehr.
Insgesamt dauerte die Restaurierung mehr als ein Jahr. Bei allen Rückschlägen kam aber auch die Freude nicht zu kurz. Schließlich ist es ein Hobby, und die Schrauberei hat mir Spaß gemacht – besonders dann, wenn die Fortschritte sichtbar wurden und der Mercedes Stück für Stück wieder in Form kam.
Anschließend ging der Wagen in die Niederlande, wo eine Servolenkung nachgerüstet wurde. Außerdem wurde die Zündung auf eine elektronische Anlage umgestellt.
































